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Landkreis Berchtesgadener Land
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Disambig-dark.svg Dieser Artikel erläutert den Landkreis Berchtesgadener Land; zu anderen Bedeutungen siehe Berchtesgaden (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Berchtesgadener Land Deutschlandkarte, Position des Landkreises Berchtesgadener Land hervorgehobenp1
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Bad Reichenhall
Fläche: 839,97 km²
Einwohner:
102.162 (31. Dez. 2008)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: BGL
Kreisschlüssel: 09 1 72
NUTS: DE215
Kreisgliederung: 15 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Salzburger Straße 64
83435 Bad Reichenhall
Webpräsenz:
www.berchtesgadener-land.de
Landrat: Georg Grabner (CSU)
Lage des Landkreises Berchtesgadener Land in Bayern
Karte
Der Landkreis Berchtesgadener Land liegt im Südosten Bayerns im Regierungsbezirk Oberbayern. Er gehört zur Euregio Salzburg Berchtesgadener Land Traunstein und ist im Osten, Süden und Südwesten vom österreichischen Bundesland Salzburg umgeben. Lediglich im Nordwesten und Norden grenzt er an seinen einzigen bayerischen Nachbarlandkreis Traunstein an.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]
* 1 Geographie
* 2 Fläche
* 3 Bevölkerung
* 4 Geschichte
o 4.1 Vorgeschichte
o 4.2 Landkreisgeschichte
* 5 Politik
o 5.1 Landräte
o 5.2 Kreisräte
o 5.3 Landkreispartnerschaften
* 6 Städte und Gemeinden
* 7 Wappen
* 8 Kultur
o 8.1 Bildende Kunst
o 8.2 Literatur
o 8.3 Musik
o 8.4 Sagenwelt
* 9 Verkehr
* 10 Wirtschaft
* 11 Sehenswürdigkeiten
* 12 Einzelnachweise
* 13 Weblinks
Geographie [Bearbeiten]
Während der nördliche Teil leicht hügelig ist, mit einigen kleinen Seen wie dem Abtsdorfer See, der Salzach als Grenze zu Österreich, ist der südliche Landkreis (ab Bad Reichenhall bzw. dem Hallthurmer Berg) in den bayrischen Alpen gelegen.
Der südliche Landkreis bietet mit dem Hintersee und vor allem dem Königssee zwei Seen die gerne von Landschaftsmalern als Motive verwendet werden und auch touristische Ziele sind.
Der Landkreis Berchtesgadener Land bildet die Südostecke Bayerns und Deutschlands. Keilförmig ("Schwanzspitze des bayerischen Löwen") ragt er nach Österreich hinein. Im Osten, Süden und Südwesten ist die Landkreisgrenze zugleich Staatsgrenze. Westlicher und nordwestlicher Nachbar ist der Landkreis Traunstein.
Der Landkreis gliedert sich in drei geographische Regionen: die voralpine um Laufen und Freilassing, die alpine um Bad Reichenhall und die hochalpine um Berchtesgaden. Höchster Punkt: 2713 m (Watzmann-Mittelspitze), tiefster Punkt: 383 m (Einmündung des Schinderbaches in die Salzach in Laufen).
Fläche [Bearbeiten]
Mit einer Fläche von 840 km² nimmt der Landkreis Berchtesgadener Land unter den 71 bayerischen Landkreisen die 43. Stelle ein; unter den 20 oberbayerischen Landkreisen steht er an 9. Stelle. Er gehört damit in Bayern zu den mittelgroßen Landkreisen.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Zum 30. Juni 2004 hatte der Landkreis 101.926 Einwohner (davon ca. 52% weiblich). Damit gehört er auch der Bevölkerung nach zu den mittelgroßen Landkreisen. In Oberbayern steht er an 13., in Bayern an 46. Stelle. Die Bevölkerungsdichte entspricht mit 121 Einwohnern pro Quadratkilometer dem bayerischen Durchschnitt. Durch die "Völkerwanderungen" der Kriegs- und Nachkriegszeit schnellten von 1944 bis 1950 die Bevölkerungszahlen ungewöhnlich hoch. 1946 war 35 % der Landkreisbevölkerung Heimatvertriebene (1972 nur noch 25 %). 82 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 14 % evangelisch-lutherisch. Der Ausländer-Anteil beträgt 11 %. Trotz eines seit Jahren anhaltenden Geburtenrückgangs (zu beobachten in der ganzen Bundesrepublik Deutschland) hat der Landkreis von 1972 2004 über 13.000 Einwohner durch Zuzug gewonnen.
Geschichte [Bearbeiten]
Vorgeschichte [Bearbeiten]
Das Gebiet des heutigen Landkreises Berchtesgadener Land kann als Grenzregion auf eine in den meisten Teilen sehr bewegte Geschichte zurückblicken. Gemeinsame Klammer war über Jahrhunderte die große Bedeutung des Salzes für die Region. Das heutige Landkreisgebiet gehörte ursprünglich komplett zum bayerischen Stammesherzogtum. Mit dem Aufstieg Salzburgs zum eigenständigen Fürsterzbistum und der Selbstständigkeit der Fürstpropstei Berchtesgaden, trennten sich die Wege über mehrere Jahrhunderte:
Das hochalpine Gebiet um Berchtesgaden wurde durch erste Rodungsaktivitäten der Augustiner im 11. Jahrhundert besiedelt und schon bald zur unabhängigen Fürstpropstei. 1122 wurde die Stiftskirche in Berchtesgaden eingeweiht. Im Laufe der Jahrhunderte konnte sich das Gemeindewesen entwickeln und gelangte auf Grund der reichen Salzvorkommen und ihrer Verwertung zu erheblichem Wohlstand. Dies äußerte sich u. a. darin, dass Berchtesgaden zur Fürstpropstei ernannt wurde und völlige Reichsunmittelbarkeit erhielt. Nach Jahrhunderten wechselvoller Geschichte, die besonders durch kriegerische Auseinandersetzungen wegen des Salzes gekennzeichnet waren, wurde schließlich im Rahmen der allgemeinen Säkularisation im Jahre 1803 die Fürstpropstei Berchtesgaden aufgehoben. 1810 kam das Gebiet zum Königreich Bayern.
Bad Reichenhall dagegen blieb durchgehend bayerisches Territorium. Aus keltischen und römischen Anfängen erreichte auch dieses Gebiet dank der Solevorkommen und der Salzverarbeitung Reichtum und Ansehen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es hier auch ein Soleheilbad.
Der nördliche Teil des Landkreises hingegen gehört zum Rupertiwinkel, der Teil des Fürsterzbistums Salzburg wurde. Die Bezeichnung Rupertiwinkel geht auf den ersten Bischof von Salzburg, Rupertus (690710), zurück. Dieses Gebiet unterstand bis zur Säkularisation im Jahre 1803 dem Erzbistum Salzburg. 1810 kam es mit ganz Salzburg zu Bayern und verblieb hier auch 1816, als das Salzburger Land durch die Saalach-Salzach-Linie getrennt wurde und der östliche Teil (heute: Land Salzburg) zu Österreich kam.
Damit war ab 1810 das heutige Kreisgebiet durchgehend bayerisch. Es gehörte aber zu unterschiedlichen Landgerichten, Bezirken bzw. Landkreisen. Auf dem heutigen Kreisgebiet entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts die Landgerichte Berchtesgaden (1811), Reichenhall (1803) und Laufen (1810). Sie gehörten zum Isarkreis (Hauptstadt München) der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. 1862 entstand aus den Landgerichtsbezirken Berchtesgaden und Reichenhall der Bezirk Berchtesgaden. Das Landgericht Laufen bildete mit dem 1811 errichteten Landgericht Tittmoning den Bezirk Laufen. 1929 schied Bad Reichenhall aus dem Bezirk Berchtesgaden aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt.
Während des Nationalsozialismus war der Obersalzberg bei Berchtesgaden inoffizieller zweiter Regierungssitz des Deutschen Reichs.
1939 wechselte, wie im ganzen Deutschen Reich auch die Bezeichnung der Bezirke Berchtesgaden und Laufen auf Landkreise. 1940 wurde Bad Reichenhall wieder in den Landkreis Berchtesgaden eingegliedert, 1948 aber wieder kreisfrei.