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Landkreis Cham
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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Cham Deutschlandkarte, Position des Landkreises Cham hervorgehobenp1
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Verwaltungssitz: Cham
Fläche: 1.509,96 km²
Einwohner:
129.092 (31. Dez. 2008)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: CHA
Kreisschlüssel: 09 3 72
NUTS: DE235
Kreisgliederung: 39 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Rachelstr. 6
93413 Cham
Webpräsenz:
Landkreis Cham
Landrat: Theo Zellner (CSU)
Lage des Landkreises Cham in Bayern
Karte
Der Landkreis Cham [kʰɑːm] ist der östlichste Landkreis des Regierungsbezirks Oberpfalz in Ostbayern. Im Süden und Südosten grenzt er an die niederbayerischen Landkreise Straubing-Bogen und Regen. Weitere Nachbarn sind die Oberpfälzer Landkreise Regensburg im Südwesten sowie Schwandorf im Westen und Nordwesten.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Geografie
o 1.1 Raumplanung
o 1.2 Brücke zum Osten
* 2 Geschichte
* 3 Politik
o 3.1 Landrat
o 3.2 Kreistag
o 3.3 Wappen
o 3.4 Kreispartnerschaften
* 4 Wirtschaft
* 5 Verkehr
o 5.1 Fernstraßen
o 5.2 Bus- und Bahnverkehr
* 6 Städte und Gemeinden
* 7 Sonstiges
o 7.1 Beste Aussichten
* 8 Einzelnachweise
* 9 Weblinks
Geografie [Bearbeiten]
Geographisch gehört das Kreisgebiet fast völlig den Großlandschaften des Oberpfälzer und des Bayerischen Waldes an, die hier durch die Cham-Further Senke voneinander getrennt werden. Der Fluss Regen durchzieht den Kreis von Südosten nach Westen. Eine geologische Besonderheit ist der so genannte „Pfahl“, eine kristalline Verwerfung quer durch den gesamten bayerischen Wald. Das Kreisgebiet ist nahezu identisch mit dem Gebiet des Naturparks Oberer Bayerischer Wald.
Mit einer Fläche von 1.511,87 km² nimmt der Landkreis Cham unter den 71 Landkreisen Bayerns die fünfte Stelle, unter den sieben Landkreisen der Oberpfalz die erste Stelle ein. Die durchschnittliche Gebietsfläche der bayerischen Landkreise beträgt 985 km².
Raumplanung [Bearbeiten]
Der Landkreis Cham ist der Planungsregion 11 (Regensburg) zugeordnet. Er ist Fördergebiet nach den bayerischen regionalen Förderprogrammen, der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ und Ziel 3-Fördergebiet der Europäischen Union. Auf einer Länge von 71,6 km grenzt der Landkreis Cham im Osten an den tschechischen Bezirk Pilsen (Plzeňský kraj) an. Die Region ist deshalb Fördergebiet nach den europäischen INTERREG und PHARE-Programmen.
Brücke zum Osten [Bearbeiten]
Mit knapp 72 km gemeinsamer Grenze zu Tschechien kommt dem Landkreis Cham eine herausgehobene Brückenfunktion zum Osten zu. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Begegnung der Menschen, die sich in zahlreichen Partnerschaften und Einrichtungen wie z. B. dem grenzüberschreitenden Wallfahrts-, Begegnungs- und Umweltbildungszentrum „Haus der Aussaat“ Neukirchen b.Hl.Blut oder der Jugendbildungsstätte Waldmünchen äußert. Um die Herausforderungen der Osterweiterung der Europäischen Union zu bewältigen, werden gemeinsame Projekte wie in den kommunalen Aktionsbündnissen Künisches Gebirge und „Cerchov“ durchgeführt. Ein grenzüberschreitendes Wirtschaftsportal im Internet trägt dazu bei, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum Westböhmen/Ostbayern zu schaffen, die Unternehmen beiderseits der Grenze mit Informationen zu versorgen und Kontakte zu Wirtschaftspartnern aufzubauen.
Geschichte [Bearbeiten]
Die belegbare Geschichte im Gebiet des heutigen Landkreises Cham beginnt im Jahre 748. Das Regensburger Kloster St. Emmeram gründete die „Cella“, die Urpfarrei in Chammünster. Sitz der weltlichen Herrschaft der Mark Cham waren zunächst die Königshofbezirke Cham und Roding. Die 976 als „civitas chamma“ erwähnte Reichsburg Cham mit den umliegenden Burgen Runding, Haidstein, Chamerau und Wetterfeld war militärischer Mittelpunkt der Mark an der Grenze zu Böhmen.
In das elfte Jahrhundert fallen zahlreiche Ortsgründungen; im zwölften Jahrhundert wurden im Regental die bedeutenden Klöster Reichenbach und Walderbach gegründet, die bis zur Reformation die Besiedlung der Umgebung vorantrieben. Nach 1667 wurden sie zu Wegbereitern der Rekatholisierung der Oberpfalz.
In den Hussitenkriegen im 15. Jahrhundert war das Grenzland besonders betroffen, der Further Drachenstich greift dieses Thema in einem Festspiel auf. Thema eines Freilichtspiels („Trenck der Pandur vor Waldmünchen“) ist auch der Österreichische Erbfolgekrieg von 1741 bis 1745.
Mit der Verwaltungsreform 1803 entstanden im heutigen Kreisgebiet Cham die Landgerichtsbezirke Cham, (mit dem weiteren Landgerichtsbezirk Furth im Wald), Kötzting, Roding und Waldmünchen, die alle bis 1817 zum Regenkreis gehörten. Dann kamen Cham und Furth sowie Kötzting zum Unterdonaukreis, während Waldmünchen und Roding beim Regenkreis (der späteren Oberpfalz) verblieben. 1838 wurden auch die Landgerichte Cham und Furth dem nunmehrigen Kreis Oberpfalz und Regensburg zugeteilt, während das Landgericht Kötzting allein beim nunmehrigen Kreis Niederbayern verblieb. Gleichzeitig entstand 1838 aus einigen Gemeinden des Landgerichtsbezirks Roding das neue Landgericht Nittenau und 1852 noch ein weiteres Landgericht Falkenstein, das jedoch 1879/80 wieder aufgelöst wurde.
1862 entstanden die Bezirksämter Cham, Kötzting, Roding und Waldmünchen aus den bisherigen Landgerichtsbezirken, wobei für einige Gemeinden des Bezirks Kötzting zusätzlich ein neues Landgericht Neukirchen b. Hl. Blut eingerichtet wurde. Ab 1939 wurden die Bezirksämter in Landkreise umbenannt.
Im Zuge der Gebietsreform 1972 wurden die Landkreise Cham, Kötzting (mit Ausnahme der Gemeinde Lohberg) und Waldmünchen, der östliche Teil des Landkreises Roding (der westliche kam zum Landkreis Schwandorf) und einige Gemeinden anderer Kreise zum neuen Landkreis Cham zusammengeschlossen, der damit wieder annähernd den historischen Gebietsumfang der alten Markgrafschaft Cham erreichte. Das Gebiet des Landkreises Kötzting wechselte damit von Niederbayern in die Oberpfalz. Heute ist der Landkreis Cham der flächengrößte Landkreis in der Oberpfalz und fünftgrößter in ganz Bayern.
Mit dem Beitritt des Nachbarlandes Tschechien zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 wurde die jahrzehntelange Abschottung nach Osten endgültig überwunden. Der Landkreis Cham liegt heute in der Mitte der Europäischen Union.